Obersaxen August 2020

Alle guten Dinge sind drei und darum fahren wir auch dieses Jahr nach 2018 und 2019 wieder in unsere geliebten Sommerferien ins Chalet Schwefelbrunnä nach Obersaxen. Die Wettervorhersage ist aufgezeichnet und wir freuen uns auf sportliche Ferien mit Biken, Wandern und Golfen. Aber alles der Reihe nach…

Freitag, 07. August 2020
Gebertingen – Misanenga
Mit Sack und Pack, Golfausrüstung und den Bike’s hinten auf dem neu angeschafften Veloträger und natürlich unserer Katze Mia fahren wir mit zwei Fahrzeugen nach Feierabend nach Obersaxen. Es hat auffallend wenig Verkehr und wir kommen nach einer guten Stunde Fahrt wohlbehalten an und verstauen alle unsere sieben Sachen, wobei soviel ist es gar nicht, denn wir haben uns angewöhnt den gepackten Koffer nochmals um 50% zu leeren bevor wir abreisen. Simone macht feines Abendessen und wir gehen früh zu Bett denn das Wetter am nächsten Tag soll warm und schön sein.

Samstag, 08. August 2020
Misanenga – Alp Grein – Wali – Stein – Misanenga, 34km
Und wie angekündigt ist heute Kaiserwetter mit strahlend blauem und wolkenlosen Himmel, was in Obersaxen eher selten ist. Nach einem reichhaltigen Frühstück steigen wir auf die Bikes um zu unserem heutigen Ziel Alp Grein zu fahren. Wir fahren hoch zum Bergrestaurant Kartitscha und dann auf Single Trails hinunter zum Wali und weiter durch den Wald zur Lumbreiner Brücke von wo es dann auf einem Kieselweg steil bergauf Richtung Alp Grein hoch geht. Nach ca. 1 Stunde bergauf fahren in den Gängen Standard und High erreichen wir die sehr abgelegene aber bewohnte Alp Grein oder auf romanisch Alp Gren. Wir machten im 2018 eine ähnliche Tour zum Blausee und suchen nach einem Picknick einen Weg, der uns zur Inneralp und wieder Richtung Tal bringt. So wie es aussieht gibt es aber nur Wanderwege , die nicht befahren werden können. Auch finden wir keinen Weg Richtung Sez Ner und so fahren wir den gleichen Weg wieder zurück bis ins Wali, wo wir einkehren. Dabei erinnern wir uns an die letztjährige Wanderung auf den Stein und ich hatte schon lange den Gedanken diese Strecke mit dem Bike zu machen. Obwohl wir am ersten Tag nur eine kleinere Tour machen wollten, beschliessen wir einstimmig den Stein noch anzuhängen… Es ist schon gegen 17:00 und immer noch ziemlich heiss. In der ersten Hälfte kommen wir schnell voran und da wir doch vieles in der High Stufe fahren müssen schwinden die Stromreserven. Ich hatte den Weg doch nicht mehr so gut in Erinnerung und wir müssen die Velos die zweite Hälfte bis zum Grat, der uns dann Richtung Gipfel führt, stossen. Auf dem Grat angekommen bin ich ziemlich erschöpft und wir ruhen uns aus und geniessen die Abendstimmung und die Weitsicht hinüber ins Valsertal und nach Vella runter. Ein Blick zum Gipfel des Steins macht uns klar, dass wir diesen Weg auf dem Grat definitiv nicht schaffen mit den Bikes. Also suchen wir uns eine alternative Route durch die steilen Wiesen, wo wir auch einen weniger steilen Trail finden, den man teilweise sogar fahren kann. Die Batterien bei den Bike’s und auch bei uns sind schon lange auf Reserve und so schaffen wir es gerade noch bis zur Sessellift Endstation, bevor die Batterien dann endgültig leer sind, was aber nicht so schlimm ist, denn ab jetzt geht es nur noch bergab. Zu Fuss steigen wir die letzten Meter zum Gipfel,des Steins, wo wir nochmals die Aussicht geniessen, uns zu dieser tollen Leistung gratulieren und ein paar Fotos schiessen. Jetzt freuen wir uns auf die Abfahrt. Den Weg hinunter kennen wir von einer Schneeschuhwanderung im Frühling. Auf Single Trails und Bergwegen fahren wir hinunter ins Tal wo wir ohne Stürze und glücklich ankommen. Die tolle Abfahrt lies alle Anstrengungen vergessen und es hat soviel Spass gemacht. Da es immer noch aussergewöhnlich warm ist, grillieren wir uns ein feines Abendessen am Feuerplatz auf der Feuerschale. Müde und stolz auf uns fallen wir ins Bett im Wissen, dass das Wetter am nächsten Tag wieder schön angesagt ist.

Sonntag, 09. August 2020
Misanenga – Vals – Zevreilasee – Läntahütte – Vals – Misanenga
Und tatsächlich heute ist wieder schönstes Wetter und so freuen wir uns auf unsere nächste Biketour. Wir kennen dieses Gebiet von unserem letztjährigen Ausflug mit dem Auto an den Zevreilasee und wir hatten schon damals entschieden, dass wir eine Tour um den Zevreilasee unbedingt mit den Bikes machen möchten. Also gesagt – getan. Allerdings haben meine Berechnungen ergeben, dass unsere Akku’s ab Misanenga nicht reichen würden, also entscheiden wir uns die Bikes aufs Auto aufzuladen und fahren nach Vals. Dort stellen wir das Auto bei der Talstation ab und nehmen den Anstieg zum Zevreilasee in Angriff. Wir fahren meistens im Schatten der Strasse entlang und umfahren das Tunnel auf der alten Strasse nahe am Abgrund aber natürlich in sicherem Abstand. Da wir mittlerweile schon ziemlich trainiert sind, kommen wir schnell voran. Der Zevreilasee ist ja ein Stausee und so ist unser erstes Ziel die Staumauer wo wir die Aussicht hinunter nach Vals geniessen. Nun geht es nochmals etwas aufwärts und dann auf der linken Seite des Zevreilasee’s entlang. Wir geniessen die Natur und das einzigartige Blau des Sees und fahren gemütlich weiter Richtung Lampertschalp, wo wir einkehren und der süssen Speisekarte fast nicht wiederstehen können. Wir tun es dann doch, weil wir ja unser Endziel die Läntahütte noch nicht erreicht haben. Wir wollten eigentlich mit dem Bike zur Läntahütte fahren, die Bedienung in der Lampertschalp hat uns jedoch davon aberaten und als wir zwei profesionell ausgerüstete Biker nach ca. 20 Minuten wieder zurückkehren sehen, entscheiden wir uns die Bikes stehen zu lassen und den Weg durch die wunderschöne Gegend entlang einem Bach zu Fuss zurückzulegen. Nach ca. 1.5 Stunden Wandern und Picknicken unterwegs erreichen wir die Läntahütte und wunderten uns, dass man uns abgeraten hat mit dem Bike hinzufahren, da dies eigentlich problemlos gegangen wäre, mindestens für uns! Nun genehmigen wir uns einen Schümli Pflümli mit Bündnertorte und lassen uns vom Hüttenwart die Geschichte des Steinschlags im 2019 erzählen, der praktisch die ganze Hütte zerstört hat, Gottseidank war die Hütte zu diesem Zeitpunkt geschlossen. Jetzt ist aber alles wieder neu und sehr schön aufgebaut. Wir machen uns zu Fuss auf den Rückweg, besteigen unsere Bikes und fahren gemütlich den gleichen Weg zurück nach Vals. Nach einem kurzen Einkehr in Vals fahren wir zurück nach Misanenga , wo wir uns was Feines auf der Feuerschale grillieren und den Abend bei einem feinen Essen und Glas Wein ausklingen lassen. Weil… Morgen ist das Wetter wieder schön und wir haben neue spannende Pläne mit unseren Bikes.

Gefahrene Kilometer: 38km

Montag, 10. August 2020
Misanenga – Val Somvitg – Misanenga
Auf unserer letztjährigen Wanderung zur Terrihütte hat Simone auf dem Rückmarsch zum Tenigerbad einen unentdeckten Platz mit extrem viel Pilzen gefunden. Also beschliessen wir dieses Jahr eine Biketour zu diesem Platz zu machen. Für die erste Etappe von zu Hause nach Rabius fahren wir mit dem Auto. Wir finden eine gute Parkingmöglichkeit und fahren mit den Bike’s los. Wir kennen den Aufstieg und gehen es gemütlich an, da es auch heute wieder ziemlich heiss ist und wir die meiste Zeit in der Sonne fahren. Ohne Stopp erreichen wir das Tenigerbad und fahren dann hinunter Richtung Stausee und weiter auf einem Kiesweg in wunderschönen Landschaften dem Fluss entlang. Wir beschliessen den gleichen Weg wie letztes Jahr zu nehmen und müssen wohl vergessen haben wie steil es auf einigen Abschnitten war. Das hält uns aber nicht auf und so stossen wir die Bikes auf einigen wenigen Passagen bis wir schliesslich den Platz erreichen. In der Nähe hat es eine Feuerstelle und wir parkieren unsere Velos und wollen nach dem Pilze suchen an dieser Feuerstelle Würste grillieren. Das letzte Stück laufen wir und Simone verschwindet im Wald um Pilze zu suchen. Ich lege mich hin, höre dem Rauschen des Baches und geniesse die Ruhe. Ein Donner weckt mich auf und innerhalb einer halben Stunde hat sich das Wetter komplett verändert und einGewitter ist im Anmarsch und kommt immer schneller auf uns zu. Von Simone keine Spur. Also gehe ich sie suchen und finde Sie nach einiger Zeit. Wir sind bergerfahren und wissen, dass das Wetter in den Bergen sehr schnell ändern kann, aber so schnell ist doch aussergewöhnlich. Wir bleiben fern von unseren Velos und suchen Schutz unter einer Brücke, die im letzten Jahr weggerissen wurde und neu gebaut wurde. Es regnet ziemlich stark und blitzt und donnert, Gott sei Dank nicht in unmittelbarer Nähe. So schnell wie es kam, ging das schlechte Wetter wieder und es hat aufgehört zu regnen. Also holen wir das Picknick nach, allerdings ohne Grillieren, da in Graubünden immer noch Waldbrandgefahr herrscht. Dann machen wir uns auf der anderen Seite des Baches auf den Rückweg, wo wir einen gut zu befahrenden Waldweg finden, weiter geht es dann wieder auf der Strasse und dem gleichen Weg zurück, allerdings nicht ohne Abstecher im Restaurant Val Somvitg, wo wir uns etwas trocknen. Unsere Mountainbikes haben kein Schutzblech und das Resultat an unseren Kleidern und Rucksäcken halten wir fotografisch fest. Nach dem Stop ist die Strasse schon fast wieder trocken und wir kommen gegen Abend beim Auto an. Dann noch schnell zum Einkaufen nach Ilanz und Rückfahrt zum Chalet, wo uns Simone Teigwaren mit den Steinpilzen und einer wunderbaren Sauce kreiert. Die Wettervorhersage für Dienstag ist nicht so toll, aber das muss nichts heissen in Obersaxen, wo das Wetter vom Süden beeinflusst schnell ändern kann.

Gefahrene Kilometer: 29km

Dienstag, 11. August 2020
Sagogn
Das Wetter ist immer noch traumhaft und nach 3 Tagen Biken spüren wir das etwas in den Knochen und so steht heute Golfen auf dem Programm, bei welchem wir andere Muskeln als beim Biken brauchen. Wir haben uns mit einem Pärchen aus dem Bekanntenkreis von Simone verabredet und schlagen nach einem gemütlichen Frühstück zu Hause auf der Terrasse und einem kurzen Kaffee im Clubhaus des Golfclub Sagogn um 11:00h auf dem Loch 1 ab. Wir kommen zügig voran und geniessen das traumhafte Wetter und spielen ganz entspannt eine schöne Runde Golf bei welchem das Resultat weniger im Vordergrund steht. Ausser beim Loch 7 wo mein Golfpartner den Ball ca. 2m an die Fahne schlägt. Dadurch herausgefordert gelingt es mir den Ball noch näher an die Fahne zu spielen und wir spielen beide das Birdy. Es ist schön heiss und so genehmigen wir uns nach der Rückkehr ins Clubhaus eine kühle Drinks und einen kleinen Snack, zu welchem wir grosszügig von unseren Begleitern eingeladen werden. Wir fahren zufrieden nach Hause wo wir uns noch etwas ausruhen und dann etwas kleines zum Abendessen machen. Natürlich etwas mit Pilzen, denn es gibt ja noch genügend davon.

Mittwoch, 12. August 2020
Misanenga – Disentis – Lukmanierpass – Misanenga
Und ja es ist immer noch Kaiserwetter und so ist heute wieder Biken an der Reihe. Auch heute haben wir eine lange Tour zum Lukmanierpass vor uns, die die Kapazität unserer Akkus sprengen würde. Also fahren wir mit dem Auto nach Disentis und nehmen den Aufstieg in Angriff. Wir fahren alten Säumerwegen und Kieselwegen bergwärts. Wir überqueren Hängebrücke auf schwindelerregenden Höhen und durchfahren Täler auf Wanderwegen und Single Trails. Es ist doch anstrengender als gedacht und sehr heiss. Jetzt zieht aber Bewölkung auf und wir flüchten vor dem Regen und machen unterwegs einen Stopp in einem Restaurant. Frisch gestärkt und ohne meinen Rucksack, den ich im Restaurant liegen lasse und das erst viel später merke, als ich den Regenschutz auspacken will, weil es wieder zu Regnen beginnt. Nun nehmen wir den letzten Teil auf alten Säumerwegen in einer wunderschönen wilden Alpengegend in Angriff und kurz vor der Staumauer fragen wir bei der Talstelle einer Militärseilbahn ob wir auf die Strasse müssen um die Staumauer zu erreichen. Nein müssen wir nicht aber der letzte Anstieg zur Staumauer ist sehr steil und fordert unsere letzten Kräfte. Wir geniessen die Aussicht hinunter ins Tal und da es doch schon ziemlich spät ist entscheiden wir uns weiter zum Ospizio del Lucomano. Der Weg führt uns über die Galerien, die die Strasse vor Steinschlag schützen. Die werden jedoch gerade renoviert und so ist es nicht ganz einfach einen Weg durch den Schlamm zu finden, da es jetzt wieder zu regnen begonnen hat. Wir lassen uns von einem fahrenden Händler, der Dörrfrüchte verkauft fotografieren und als Gegenleistung dafür kaufen wir etwas Dörrfrüchte, die wirklich sehr variantenreich angeboten werden. Wir wärmen uns im Hospezi S. Maria auf der Passhöhe auf und fahren dann nicht mehr über die Galerien sondern durch die Tunnels, die ebenfalls im Umbau sind. Es herrscht starker Baulärm und so fahren wir in der obersten Stufe so schnell wie möglich durch diese Tunnels im Wissen, dass wir keine grosse Unterstützung mehr brauchen. Wir fahren auf der Autostrasse mit bis zu 60km/h hinunter nach Disentis zurück. Wir müssen noch einen kleinen Aufstieg meistern und die Akkus reichen gerade bis Ankunft beim Auto. Wir fahren zurück nach Misanenga und beschliessen heute Abend auswärts Essen zu gehen. Wir entscheiden uns für das Restaurant Surselva in Surcuolm, wo wir deftig und fein Kalorien in gemütlicher und neu umgebauter Atmosphäre tanken. Müde und glücklich fahren wir mit dem Auto nach Hause im Wissen, dass das Wetter morgen wieder schön angesagt ist.

Gefahrene Kilometer: 53km

Donnerstag, 13. August 2020
Sagogn
Das Wetter folgt nicht ganz der Vorhersage und so bleiben wir am Morgen zu Hause, schlafen aus, kaufen in Ilanz ein und arbeiten etwas um das Chalet herum. Ganz ohne Aktivität können wir es aber doch nicht lassen und so buchen wir kurzfristig eine Abschlagszeit zum Golfen im Golfclub Sagogn. Wir schlagen nur zu zweit und ausgerüstet mit Cart um 16:00h ab und geniessen eine weitere Golfrunde bei etwas schwülem Wetter auf diesem wunderschönen Golfplatz. Simone spielt ihre beste Runde Golf und dies feiern wir im Clubhaus bevor wir dann zurück nach Misanenga fahren.Wir kochen Abendessen und machen es uns gemütlich vor dem Fernseher, bevor wir dann wiederum früh ins Bett gehen.

Freitag, 14. August 2020
Misanenga
Der heutige Tag ist schnell erzählt. Wetter nicht so schön, kein Biken und kein Golfen sondern einfach mal Chillen, das ich nach den z.T. anstrengenden Aktivitäten der letzten Tage sehr geniesse. Simone fährt am Mitttag nach Hause um einige Termine zu erledigen und um am Abend an einer Klassenzusammenkunft teilzunehmen. Ich mache mir ein Abendessen und geniesse den Abend alleine vor dem Fernseher.

Samstag, 15. August 2020
Misanenga – Sedrun – Misanenga
Ich wache alleine auf, mache mir Frühstück und arbeite etwas ums Chalet herum. Simone kommt um die Mittagszeit zurück. Wir tauschen uns aus und beschliessen kurzfristig eine Runde Golf in Sedrun zu spielen. Also machen wir uns auf den Weg und geraten kurz vor Sedrun in einen Stau, der auf einen tragischen Zwischenfall zwischen einem Velo- und Motorradfahrer am Oberalppass zurückzuführen ist. Wir entscheiden uns zweimal 9 Löcher zu spielen und diese zu laufen. Der Platz ist doch sehr anstrengend und so entscheiden wir uns kurzfristig für die zweiten 9 Löcher einen Cart zu mieten. Das Sekretariat schliesst jedoch gerade und der Mitarbeiter wollte schon mit dem Auto abfahren. Er hat jedoch Erbarmen mit uns und stellt uns dann doch noch einen Cart zur Verfügung und wir geben das Versprechen ab, diesen bei unserem nächsten Besuch zu bezahlen. Ein herzliches Dankeschön an diesen tollen Extraservice. Das Golfspiel wurde merklich besser auf den zweiten Runde. Wir sind der letzte Flight auf der Runde und fahren dann beim Eindunkeln zurück nach Misanenga. Wir entscheiden uns zu Hause zu Essen und geniessen dann die warme Nacht auf der Terrasse bei einem Glas Wein.

Sonntag, 16. August 2020
Safiental
Diese Ferien stehen etwas im Zeichen der umliegenden Täler und so entscheiden wir uns heute für das Safiental. Auch diese Tour sprengt die Kapazitäten unserer Akkus und so fahren wir mit dem Auto nach Versam und stellen das Auto am Strassenrand gleich nach Versam ab und fahren mit den Bikes weiter. Als erstes kommt gleich ein langes Strassentunnel, das wir auf der alten Strasse umfahren und alle Warnungen ignorieren. Über Single Trails im Wald gelangen wir bald zu einem Tunnel, das zur alten Strasse gehört, der aber leider gesperrt ist, aber einen kleinen Durchgang offen lässt. Ich überrede Simone es zu probieren und als wir in den Tunnel einsteigen hören wir Stimmen, die uns entgegenkommen. Es sind zwei ortskundige Wanderer und die bestätigen uns, dass das Passieren des Tunnels zwar im Dunkeln aber ungefährlich erfolgt. Mit etwas mulmigem Gefühl stossen wir unsere Bikes durch das dunkle Tunnel und sind erleichtert als wir den Ausgang sehen. Weiter geht es dieses Mal der Strasse entlang, da wir es heute mal etwas easy nehmen wollen. Unterweg kann ich dann Simone doch motivieren die Strasse zu verlassen, was aber keine gute Idee war, müssen wir doch auf schmalen Pfaden durch den Wald unser Bikes stossen, was sehr anstrengend ist mich plagt das schlechte Gewissen weil wir es ja eigentlich easy nehmen wollten. Es wurde noch schlimmer, als wir dem Fluss entlang praktisch nicht mehr weiterkommen, weil ein Erdrutsch den Weg weggeschwemmt hat. Wir schaffen es doch und nun ist auch für mich genug und wir fahren hinauf zur geteerten Strasse wo wir sicher in Safien Dorf ankommen und uns im Restaurant Rathaus stärken. Das Wetter macht so hin und her und so machen wir uns auf den letzten Abschnitt der Reise hinauf nach Thalkirch und jetzt immer schön der Strasse entlang… Das Wetter bessert sich wieder und so sind wir froh, viele Stücke im Wald fahren zu können. Es will nicht mehr enden, doch schliesslich erreichen wir die Talebene in Wannen wo wir am kleinen Stausee vorbeifahren und so weit fahren bis es nur noch zu Fuss Richtung ins Tal und den Berg hinaus Richtung Vals geht. Wir sind uns einig, dass diese Wanderung auf die Bucket List gehört, aber nicht mehr dieses Jahr. Wir rasten und Essen unser Mitgebrachtes und geniessen die Aussicht bei wieder sonnigem Wetter. Wir fahren an wunderschönen Sommer Maiensaissen vorbei wieder Richtung Tal wo wir es mit dem auf der Strasse doch nicht ganz lassen können. Wir zweigen beim Stausee Wannen ab in die wie die Pusta aussehende Gegend um dann prompt wieder auf einem Wanderweg zu landen, wo wir das Bike einige Zeit stossen müssen. Dafür werden wir von von einer Gemse entschädigt, die wir zuerst für eine Geiss halten, da diese ohne Scheu und unmittelbar vor uns auf einer Wiese grast. Nun nehmen wir den direkten Weg auf der Hauptstrasse und ja durch den grossen Tunnel bis wir wieder beim Auto angelangt sind, wo natürlich die Akkus wieder leer sind, was für unsere gute Planung der Touren spricht. Da Versam auf dem Heimweg liegt, fahren dorthin hinunter zum Rhein wo wir noch ein bisschen verweilen, bevor wir dann zurück nach Misanenga fahren. Jetzt ist noch Generalservice der Bikes angesagt bevor wir gemeinsam Abendessen. Die Tour war anstrengend und deshalb gibt es heute früh Bettruhe.

Gefahrene Kilometer: 53km

Montag, 17. August 2020
Misanenga
Heute ist nicht nur schlechtes Wetter angesagt – es ist auch schlecht. Es regnet in Strömen und an Outdoor Aktivitäten ist nicht zu denken. Also schlafen wir aus, nehmen ausgiebig Frühstück und ich fange dann an mit dem Tagebuch schreiben, das Ihr nun hier fertig lesen könnt. So vergeht die Zeit und am Nachmittag machen wir einen kleinen Spaziergang und Simone geht dann nochmals zum Pilzen. Einkaufen steht noch auf der Liste und dann ist es auch schon wieder Abend und wir Essen gemeinsam vor dem Fernseher.

Dienstag, 18. August 2020
Misanenga
Das Wetter ist leider auch heute nicht besser, es ist kalt und regnet noch nicht und so erledigen wir die uns vorgenommenen Arbeiten am Chalet. Nach dem Frühstück mähen wir den Rasen hinter- und vor dem Haus und Simone verschönert den Kräutergarten mit Steinen und zusätzlichen Kräutern, die wir mitgenommen haben. Auch schneiden wir sämtliche Sträucher wo nötig und machen uns dann an das Streichen der Wand Richtung Nord. Die Wand auf der Südseite haben wir schon im Frühling gestrichen, leider jedoch die Farbmischung der grauen Farbe nicht aufbewahrt. Also proben wir etwas mit weisser und schwarzer Farbe und finden dann nach einigen Versuchen die Mischung die passt und keinen Unterschied mehr erkennen lässt. Ausgerüstet mit Leiter, Farbe und Pinsel machen wir uns dann an die Arbeit und kommen zügig voran. Kurz bevor wir fertig sind fängt es an leicht zu regnen. Bevor es dann richtig zu regnen beginnt sind wir fertig mit dem Streichen und Stolz auf das Erreichte. Sieht wirklich toll aus und gibt dem Chalet Schwefelbrunnä einen moderneren Touch, der sicher auch bei den zahlreichen Mietern und Interessenten des Chalets, das man übrigen über AirBnB mieten kann. Wir räumen noch die Garage auf und ich mache nochmals einen letzten Check bei den Bikes, da wir morgen wieder eine grössere Biketour – und ja in ein weiteres Tal – planen. Abendessen findet wegen dem jetzt Dauerregen drinnen statt und wir gehen früh ins Bett in Erwartung des morgigen Tages und des hoffentlich wieder besseren Wetters.

Mittwoch, 19. August 2020
Misanenga – Sez Ner – Val Lumnezia – Misanenga – Gebertingen
Wir stehen früh auf, da wir uns heute das Val Lumnezia, das grösste Tal der Surselva vorgenommen haben und zwar nicht auf dem direkten Weg sondern über die Alp Stavonas und Alp Nova. Nach dem Frühstück geht es bei Sonnenschein los Richtung Kartitscha und Wali. Diese Strecke haben wir ja jetzt schon einige Male gemacht. Wir fahren dem Sez Ner entlang Richtung Alp Stavonas, die wir auch schon von früheren Touren kennen. Die machen nämlich tollen Bergkäse täglich frisch. Es sind zwar andere Pächter als letztes Jahr auf der Alp, aber der Käse schmeckt genau so gut wie letztes Jahr und wir kaufen grosszügig ein, im Wissen, dass wir dies als zusätzliches Gewicht in unseren Rucksäcken schleppen müssen. Weiter geht es Richtung Sez Ner und unterwegs werden wir ganz neugierig von vielen Murmeltieren beobachtet, die sich von uns überhaupt nicht gestört fühlen und zusammen vor dem Bau spielen und das in nächster Nähe von uns. So haben wir das noch nie gesehen. Aber so wie es scheint sind diese sonst sehr scheuen Tiere Menschen gewohnt, die doch häufig auf diesem Weg vorbeikommen. Wir geniessen das Treiben einige Minuten bevor wir dann weiterfahren. Auf der Höhe der Alp Nova angekommen geht es dieses Mal Richtung Vrin, dem Hauptort im Val Lumnez und nicht wie auf den anderen Touren Richtung Vella. Wir fahren zuerst hinunter bis wir fast auf der Hauptstrasse sind und dann wieder hinauf in wunderschönen Waldstücken und Wiesen auf Single Trails und Wanderwegen ganz oben auf der rechten Seite des Tals. Wir helfen einem verirrten Deutschen auf seinem Bike ohne E weiter, der noch auf den Sez Ner will. Wir sagen ihm nichts von der grossen Höhenunterschieden, die wir jetzt gerade hinuntergefahren sind. Wir geniessen die Aussicht ins Tal von unterwegs und fahren dann auf der Hauptstrasse bis wir in Vrin ankommen. Dort besichtigen wir nochmals die wunderschöne Kirche und kehren dann ein im Café Dante ein, wo wir trotz Corona ohne Maske auf der Terrasse sitzen dürfen und von dem Wirtepaar herzlich bedient werden. Wir geniessen es und versuchen die Bikes aufzuladen, da wir noch eine Extrarunde anhängen wollen. Das mit dem Laden klappt aber nicht und so fahren wir um Akku zu sparen auf der Hauptstrasse bis nach Vella wo wir nach Morrison abbiegen und dann zum Teil über die Wiese und durch den Wald hinauf zur Bündner Rigi fahren, wo der Akku allmählich sehr knapp wird. Doch auch diesen Abschnitt kennen wir von früheren Touren und im Gegensatz zu anderen Biker haben wir noch Strom und schaffen es gerade noch bis Cuolm Sura als der Akku streikt. Aber diese Strecke kennen wir natürlich und so wissen wir, dass es jetzt nur noch hinunter bis nach Misanenga geht. Das machen wir dann auch und unten angekommen müssen zuerst die Bikes gereinigt werden, bevor wir dann früh auf der Feuerstelle etwas Feines grillieren. Um ca. 20:00h mache ich mich dann auf den Weg Richtung Gebertingen, da ich am nächsten Tag Generalversammlung des Theater Einhorn habe und als Vorstandsmitglied teilnehmen sollte. Ich geniesse noch eine feine Zigarre auf der Terrasse bevor ich dann zu Bett gehe.

Gefahrene Kilometer: 53

Donnerstag, 20. August 2020
Gebertingen – Dübendorf – Gebertingen
Um 07:00h erfolgt pünktlich der Weckruf der Baustelle. Unterhalb unserer Wohnung entsteht eine neue Liegenschaft und vor den Ferien haben die Aushubarbeiten begonnen, welchen wir glücklicherweise für 2 Wochen aus dem Weg gehen konnten. Das macht aber nichts, da ich noch einiges zu erledigen habe. Ich stelle die Präsentation für die GV fertig, mache ein paar Einkäufe, besuche meine Mutter und schon geht die GV um 19:30h los. Wir bringen diese trotz Corona und angepasstem Sicherheitskonzept gut über die Bühne und die Präsentation, die ich zeige kommt gut an. Wegen Corona verzichten wir auf einen Apéro nach der GV und so bin ich relativ früh zu Hause, wo ich noch ein wenig ruhige Zeit auf der Terrasse verbringe.

Freitag, 21. August 2020
Gebertingen – Misanenga
Und jeden Morgen weckt das Murmeltier… äh ich meine der Bagger, der erbarmungslos in den Stein bohrt und Stück für Stück verkleinert, was nicht nur extremen Lärm und,Vibrationen in der Wohnung, sondern auch extrem viel Staub verursacht, denn es ist ja auch in Gebertingen schon lange Zeit schönes Wetter. Also schnell Frühstücken und dann Flucht mit dem Auto zurück nach Obersaxen. Aber nicht ins Chalet zurück, sondern auf den Golfplatz Sagogn. Wir haben heute mit einem Kollegenpärchen aus dem Smokersclub Figuardo zum Golfspielen abgemacht. Also starten wir um 11:00h am Tee 1 zur bereits dritten Runde in diesen Ferien auf diesem nach wie vor tollen Golfplatz zu Fuss. Es ist für diese Zeit und diesen Ort aussergewöhnlich heiss was uns aber auf den flachen ersten neun Löchern noch nicht so richtig bewusst ist. Ich wäre wegen der Hitze gerne gefahren, aber alle anderen wollten laufen und so habe ich mich natürlich der Mehrheit angeschlossen. Auf den hinteren 9 Löchern wird es dann richtig heiss und ich kann mich kaum motivieren mich zu bewegen, was sich natürlich auf die Konzentration und die Qualität des Spiels auswirkt. Da wir am Loch 10 auf ein Turnier auflaufen und bei jedem Loch sehr lange warten müssen, entscheiden wir uns das Spiel beim Loch 16 zu beenden und laufen direkt ins Clubhaus zurück, wo wir uns erst mal erfrischen und den Durst löschen. Trotz allem eine aussergewöhnliche Runde mit netten und entspannten Flight Partnern. Wir fahren zurück und laufen zum Rufali Park wo wir uns ins kalte Wasser des künstlichen Badesees stürzen. Was für eine Erfrischung. Wir geniessen das kühle Nass und haben nun natürlich Hunger. Wir haben schon länger das letzte Abendessen der Ferien auswärts geplant und zwar in einem Restaurant, dass ich mal auf einer Biketour in Luven entdeckt habe. In der Stiva Biala werden wir sehr gut bedient und geniessen lokales Bündner Essen. Dieses lokale und kleine Restaurant können wir nur empfehlen, ich schreibe jetzt nicht, dass es ein Geheimtip ist, denn dann ist es ja keiner mehr…Wir können sogar noch auf der gemütlichen Terrasse sitzen und lassen die Highlights unserer Ferien nochmals passieren bevor wir dann zum Chalet Schwefelbrunnä zurück fahren.

Samstag, 22. August 2020
Misanenga – Gebertingen
So und schon sind die zwei Wochen Ferien schon fast wieder vorbei. Da wir heute ausser Chalet reinigen keine sportlichen Aktivitäten mehr geplant haben, essen wir nochmals gemütlich Frühstück und packen unsere sieben Sachen. Wir nehmen das gemähte Gras zusammen und entsorgen dieses noch fachgerecht im Depot in Flond. Dann putzen wir das Chalet gründlich, da nach unserer Abreise Gäste das Chalet gebucht haben. Wir sind wirklich gut eingespielt und jeder weiss was er zu tun hat. Nach zwei Stunden sind wir fertig, laden alles inkl. Mia, die ihre Ferien auch sehr genossen hat, in die Autos und fahren bei schlechtem Wetter aber mit vielen guten Erinnerungen und Erlebnissen nach Hause wo heute kein Baulärm ist.

Wir waren vom Wettergott so gut betreut worden, dass wir nächstes Jahr ziemlich sicher wieder unsere Sommerferien in Obersaxen verbringen werden. Es hat noch einige Gipfel und ein paar wenige Täler in der Umgebung, die wir noch nicht kennen. Obwohl wir durch Corona COVID-19 nicht stark eingeschränkt waren, wäre es doch toll wenn wir nächstes Jahr ohne diese Pandemiestimmung unbeschwert in die Ferien fahren könnten. Und ihr könnt sicher sein, dass Ihr die ersten seit, die von unseren wie immer tollen Ferien hier erfährt. Schaut einfach wieder vorbei! In diesem Sinne „Auf Wiedersehen!“