Südtirol und Lago di Lugano im Oktober 2020

Im Corona Jahr 2020 ist alles ein bisschen anders… Simone hat mir als Überraschung zu meinem runden Geburtstag im März 2020 organisiert. Leider mussten wir diese Reise kurzfristig annullieren, da Italien im Frühling wie viele andere Länder im Full Stop Lock Down war. Schade aber wir haben damals zu Hause zu zweit eine Party gefeiert und den Aufenthalt im Südtirol, soviel wusste ich, auf den Herbst verschoben., da wir damals dachten, dass dann der ganze Spuk vorbei ist. Zusätzlich haben wir nochmals ein Hotel in der Nähe von Albarella wo wir schon mal waren, gebucht. Die Reise nach Albarella mussten wir schon eine Woche vor Abreise annullieren, weil Venezien auf der Quarantänenliste des BGA figurierte und so entschieden wir uns kurzfristig eine Wohnung auf der italienischen Seite am Lago Lugano zu buchen, die einem Mitglied des Zigarrenclubs Figurado gehört. Am Event vor unseren Ferien erzählte ich, dass wir den zweiten Teil der Reise annullieren mussten und sie bot uns dann ganz spontan, die nur 10 Minuten von der Schweizer Grenze entfernte Wohnung an und so war der zweite Teil der Ferien auch gerettet. Aber alles schön der Reihe nach…

Samstag, 24. Oktober 2020
Gebertingen – Naturns, 223km

Frühmorgens fahren wir mit Gepäck, Bikes und Golfausrüstung mit dem Auto los. Wir entscheiden uns trotz Sommerreifen via Davos über den Flüela und dann über den Ofenpass ins Vintschgau zu fahren. Es hat wenig Verkehr und wir kommen trotz Schnee auf der Flüela Passhöhe zügig voran und machen dann in Zernez den ersten Tank- und Biostop. Dann geht es weiter durch den wunderschönen herbstlich gefärbten Nationalpark über den Ofenpass, dieses Mal ohne Schnee und kommen dann am frühen Nachmittag im Hotel Preidlhof in Naturns an. Ich wollte schon immer in dieses Wellness Hotel und hatte bei der Teilnahme beim Quiz 1vo4 bei TeleZ die Möglichkeit ein Weekend in diesem wunderschönen Hotel zu gewinnen. Es hatte damals aber nicht geklappt und so war die Überraschung umso grösser als Simone dieses Hotel als Geburtstagsüberraschung gebucht hat, ohne zu wissen, das ich davon immer schon geschwärmt hatte. Und da folgte schon die nächste Überraschung: Simone hat ein Penthouse inkl. Butler – der uns schon erwartet – gebucht. Er kümmert sich um das Gepäck und parkiert das Auto in der Garage, während wir den Begrüssungscocktail geniessen. Ich bin total von den Socken und tief beeindruckt. Danach gehen wir in unser Zimmer äh ich meine Penthouse wo schon alles inkl. Gepäck bereitsteht. Ich bin sprachlos, wir haben ein wunderschönes Zimmer mit atemberaubender Sicht und eigener Sauna und Whirlpool und Sonnenterrasse und und und… Also probieren wir gleich das gesamte Wellness Angebot in unserem Penthouse bevor wir uns dann am früheren Abend mit einer speziellen Kerzenwachs Massage verwöhnen lassen. Wir ziehen uns um und lassen uns dann vom Butler abholen, der uns zu unserem Tisch fürs Abendessen bringt. Auch das ist vom Feinsten inkl. Wein aus dem Südtirol. Nach dem 4-gängigen Menü lassen wir den Abend in der Sauna und dann im Whirlpool ausklingen.

Sonntag, 25. Oktober 2020
Naturns

Heute ist gemäss Wettervorhersage der schönste Tag und so stehen wir früh auf. Wir geniessen die herrliche Bergsicht vom Bett aus bevor wir dann zum Frühstück gehen. Das Buffet ist reichhaltig und so stärken wir uns ausgiebig für die bevorstehende Biketour. Wir fahren gleich beim Hotel los und wollen einen Teil des Meraner Höhenweges abfahren. Kurz nach dem Hotel zeigt ein Wanderweg das Ziel an, doch der Weg ist sehr steil und da wir heute eine leichte Tour machen wollen, fahren wir der Strasse entlang zu unserem ersten Ziel der Aussichtsplattform Unterstell, die wir vom Hotelzimmer aus sehen können. Wir geniessen kurz die atemberaubende Aussicht, weil uns beiden nicht ganz wohl ist, da man durch den Boden in die Tiefe schauen kann. Also wieder schnell auf das Bike und auf dem Meraner Höhenweg dem Sonnenberg entlang. Nach kurzer Zeit dem Wanderweg entlang, teils mit Bike schieben, stehen wir plötzlich vor der Tausend Stufen Schlucht, wo wir uns zum Umkehren entscheiden, da wir erstens heute eine leichte Tour machen wollten und zweitens wir denken, dass wir diese Strecke mit den Bikes nicht fahren können. Ein bisschen wehmütig verzichten wir auf den vom Hotel empfohlenen Wasserfall inkl. tollem Restaurant und machen uns wieder auf den Rückweg zum Hotel. Dort angekommen haben wir aber noch nicht genug und so fahren wir noch der geschichtsträchtigen Etsch entlang noch nach Latsch, das Simone von früheren Ferien kennt. Dort kehren wir im etwas ausserhalb gelegenen Bierkeller ein, der eigentlich gar kein Keller ist, sondern ein urchiges Restaurant mit Garten unddeftigen Speisen. Da wir noch einen längeren Rückweg haben beschränken wir uns auf ein Bier und eine kleine Jauseplatte bevor wir dann durch die wunderschönen und endlosen Apfelplantagen, für die das Vintschgau weltberühmt ist, mit praktisch leeren Akkus zum Hotel zurückkehren. Jetzt erkunden wir den Rest des Hotels und Wellnessen nochmals in unserem Penthouse bevor wir dann zum Abendessen gehen und uns wieder verwöhnen lassen.

Montag, 26. Oktober 2020
Naturns
Leider stimmt die Wettervorhersage und es weckt uns ein kalter und regnerischer Wind. Also bleiben wir etwas länger als sonst liegen und geniessen trotz schlechtem Wetter nochmals die Sauna und den Whirlpool, der immer noch Körpertemperatur hat. Kalt wird es dann erst beim Aussteigen. Also nehmen wir uns ausgiebig Zeit beim Frühstück. Wir entscheiden uns trotz Regen für eine Outdoor Aktivität und fahren ins Schnalstal, wo uns das Hotel eine Wanderung um den Vernagt Stausee empfohlen hat. Die Wälder stehen in der schönsten Herbstblüte und trotz Regen und Nebel können wir uns vorstellen, wie wunderschön dieses Tal ist, dass auch noch wegen seinem Skigebiet auf dem Gletscher und dem Fund des Ötzi’s in diesem Gletscher bekannt ist. Wir fahren soweit bis es nicht mehr geht und gelangen zur Talstation der Gletscherbahn. Der Gletscher ist bei vielen Skinationen als Trainingsberg beliebt und tatsächlich stehen ganz viele Autos der italienischen und deutschen Ski Nationalmannschaft herum. Wegen Corona und Aussersaison sind wir praktisch alleine und fahren nach einem kurzen Bummel durch das Hoteldörfchen, das im Winter wahnsinnig belebt sein muss, wieder zurück zur Staumauer. Es regnet immer noch stark und so ziehen wir Regenklamotten an und machen uns dann auf die Umrundung des Stausees. Wir stellen uns vor, wie wunderschön blaugrün das Wasser des Sees bei schönem Wetter sein muss und dazu passend die herrlichen Herbstfarben der Bäume, nach ca. 2 Stunden sind wir wieder zurück und fahren zurück ins Hotel wo wir für den Rest des Tages die vielfältigen Möglichkeiten von Saunas, Ruheräumen, Saunaturm, Pools drinnen und draussen usw. im Hotel erkunden. dann schon das letzte Abendessen im Südtirol ansteht. Wir geniessen am Abend das leider schon letzte Abendessen in diesem tollen Hotel und gehen dann früh zu Bett, weil wir am nächsten Morgen eine längere Reise vor uns haben und deshalb früh wegfahren wollen. Ein Saunagang mit Whirlpool in unserem Penthouse darf natürlich auch am letzten Abend nicht fehlen.

Dienstag, 27. Oktober 2020
Naturns – Bozen – Gardasee – Cressogno, 396km

Es ist immer noch kalt aber es regnet nicht mehr so fest und es ist Besserung für den Rest der Woche angesagt. Nach dem Frühstück fahren wir los Richtung Meran wir in einem Supermarkt anhalten und Proviant für die Zeit am Lago di Lugano einkaufen. Eigentlich hatten wir uns das anders vorgestellt, aber die italienische Regierung hat am Tag vorher verfügt, dass alle Restaurants und Pizzerias um 18:00h schliessen müssen. Aber wir sind flexibel und so richten wir uns auf Selbstversorgung ein. Wir fahren weiter nach Bozen. Es hat immer noch wenig Verkehr in unsere Richtung, jedoch auf der anderen Autobahnseite Richtung Innsbruck stauen sich die LKW’s kilometerlang. Das stört uns aber nicht und in Rovereto verlassen wir die Autobahn wieder um dem wunderschönen Gardasee entlang zu fahren. Das Wetter ist nun schön, wenn auch sehr windig und die Dörfer sind wie ausgestorben. Leider sind praktisch auch keine Restaurants offen und so fahren wir auf dem schnellsten Weg Richtung Schweizer Grenze, durch Lugano zu unserem Endziel Cressogno. Es beschleicht uns zuerst ein komisches Gefühl, da wir zuerst von Italien wieder in die Schweiz einreisen und dann bei Gandria wieder nach Italien ausreisen. Das geht aber alles reibungslos und praktisch ohne Kontrolle. Es ist schon dunkel als wir bei der Wohnung ankommen. Jetzt noch Bikes und Golfbags in die Garage einschliessen, dafür muss das Auto draussen bleiben und Gepäck inkl. Proviant für eine Woche über einige Treppen in die Wohnung schleppen. Dann Wohnung in Betrieb nehmen und Simone kocht feine italienische Teigwaren, die wir auf der Terrasse bei relativ milden Temperaturen geniessen. Und natürlich darf ein Glas italienischer Wein nicht fehlen. Müde von der Reise und vom Schleppen gehen wir zu Bett im Wissen, dass das Wetter für den Rest der Woche schön und warm angesagt ist.

Mittwoch, 28. Oktober 2020
Cressogno – Lanzo d’Intelvi – Cressogno

Wir haben gut geschlafen und werden am Morgen von der Sonne geweckt. Wir frühstücken auf der Terrasse und geniessen schon mal den Blick auf unser heutiges Tagesziel Lanze d’Intelvi, auf der anderen Seite des Sees und das uns von unseren Wohnungsvermietern empfohlen wurde. Also machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zuerst dem sonnigen Seeufer entlang Richtung Porlezza. Dort wechseln wir auf die andere Seite und es wird schon ziemlich herbstlich kalt wenn die Sonne nicht direkt scheint. Also fahren wir schneller und gelangen nach kurzer Zeit nach Osteno wo der Aufstieg beginnt. Aber zuerst geniessen wir noch einen Espresso am Seeufer an der Sonne und fahren dann durch das Dorf nach oben und verlassen nach kurzer Zeit die asphaltierte Strasse um auf wunderschönen kleinen Zufahrtswegen und Säumerpfaden durch den bunten Wald bis wir oben angelangt sind, wo wir praktisch alleine bei einem Glace die wunderschöne Aussicht auf Lugano und den See geniessen. Eigentlich möchten wir zum See hinunter doch es scheint dort keine Strassen zu geben. Also entscheiden wir den praktisch gleichen Weg wieder zurückzufahren. Es ist schon ziemlich kalt am Schatten und so nehmen wir spontan in Porlezza an der Seepromenade einen Apéro ander Sonne und fahren dann zurück zur Wohnung wo wir Kochen und das feine Essen geniessen. Eine weitere tolle Tour ist hinter uns und wir fallen müde ins Bett.

Donnerstag, 29. Oktober 2020
Cressogno – Menaggio – Cressogno
Ein weiterer schöner Tag erwartet uns und wir haben eine Runde Golf im traditionsreichen und uns empfohlenen Golfkurs Menaggio gebucht. Nach dem Frühstück – wieder auf der Terrasse – fahren wir mit dem Auto über Porlezza Richtung Comersee, wo wir frühzeitig ankommen. Bis kurz vor der Einfahrt zum privaten Golfclub können wir uns gar nicht vorstellen, dass sich an diesem steilen Hang ein Golfclub befindet. Und doch ein wunderschön gelegener Golfclub erwartet uns und es gibt praktisch keine Leute die Spielen wollen. Aufgrund der Lage entscheiden wir uns kurzfristig ein Cart zu buchen. Wir spielen uns auf der Driving Range ein und legen dann pünktlich um 11:00h los. Es ist wirklich ein traumhaft gelegener Platz mit Wahnsinnsausicht. All das lässt uns die Schwierigkeit dieses Platzes vergessen. Da der Platz auf der Schattenseite liegt und es bereits am Nachmittag recht kühl wird, fahren wir ohne im altehrwürdigen Clubhouse einzukehren zum Shoppen zurück nach Porlezza wo wir nochmals an der Seepromenade den Apéro nehmen und eine Pizza essen, die sehr gut schmeckt weil es a) vor 18:00h ist, die Restaurants in Italien müssen wegen Corona um 18:00h schliessen und b) weil wir heute nicht selber kochen müssen… Also lassen wir den Abend auf der Terrasse ausklingen und geniessen nochmals die traumhafte Aussicht und den Sonnenuntergang.

Freitag, 30. Oktober 2020
Cressogno – Gandria – Lugano – Gandria – Cressogno
Heute ist wieder Wandern angesagt und das Wetter lädt förmlich dazu ein. Der Tag erwacht sonnig und wir geniessen erneut das Frühstück auf der Terrasse. Wir nehmen es gemütlich, ist doch die heutige Wanderung nicht so lange. Eigentlich wollten wir von Cressogno aus nach Lugano laufen, aber wir finden bis nach Gandria auf der Karte keinen Weg zum direkt am See entlang laufen. Also fahren wir mit dem Auto über den Zoll nach Gandria, wo wir auch prompt angehalten werden, aber natürlich mit leerem Auto. Der Zöllner schaut in den leeren Kofferraum und prüft dann noch den Stauraum für das Ersatzrad und gibt dann schnell auf, weil nichts zu holen ist. Wir parkieren unser Auto und laufen dann auf dem Sentiero dell‘ Olivia oder auf Deutsch Olivenweg zuerst in das wunderschön am See gelegene Ort Gandria wo wir auf ein Espresso Halt machen um dann dem See entlang durch vielfältige Olivenhaine zu laufen bis wir nach einer guten Stunde schliesslich in Lugano Castagnola ankommen. Es is gerade Mittagszeit und die noch offenen Restaurants sind voll oder die Café’s am Schatten. Wir laufen bis ins Zentrum und kaufen dort ein Picknick ein, welches wir dann am See geniessen. Dann laufen wir zum Schiffsteg in Lugano Lido und fahren mit dem Schiff zurück nach Gandria wo wir nochmals einkehren und die wunderschöne Aussicht auf den See, dieses Mal auf der Schweizer Seite, genniessen. Wir fahren mit dem Auto zurück nach Cressogno, wieder über den Zoll und ohne dieses Mal ohne Kontrolle. Dann erkundigen wir mit dem Auto die Gegend oberhalb unseres Dorfes weil wir am nächsten Tag eine grössere Biketour in dieser Gegend planen. Es ist erstaunlich wie weit man nach oben dem Berg entlang fahren kann und wieviele kleine Dörfer, aber alle mit grosser Kirche an den Bergen kleben. Wir freuen uns auf den nächsten Tag, der das Potenzial für eine Supertour hat.Wir essen (natürlich zwangsläufig) zu Hause und vertreiben uns den Abend mit Memory spielen, bevor wir dann wieder früh ins Bett gehen.

Samstag, 31. Oktober 2020
Cressogno – Castello – Alpe Bolla – Monte Bré – Lugano – Cressogno
Wie könnte es anders sein: Es ist wieder schönstes Wetter und somit optimal für unsere grössere Biketour bei welcher wir nicht wissen wo uns diese hinführt. Wie gestern mit dem Auto erkundigt fahren wir nach dem Morgenessen mit unseren wieder vollgeladenen Bikes bergauf Richtung Castello, das wir am Vortag nur von weitem mit seiner aussergewöhnlichen Lage auf einem Felsvorsprung sehen konnten. Unser erstes Ziel ist Puria, ein mittelalterliches Dörfchen mit einer imposanten Kirche. Wir lassen die Bikes kurz stehen und erkunden das Dorf zu Fuss. Dann gehts weiter nach Castello wo wir die Bikes abermals stehen lassen und dieses wunderschöne antike Dorf mit grosser Vergangenheit und vor allem grosser Kirche und sehr bekannten Kirche San Martina an einzigartiger Lage zu Fuss zu erkunden. In diesen vielen kleinen Gassen kann man sich leicht verlaufen, doch Gottseidank ist das Dorf von der Grösse her überschaubar und praktisch im Originalzustand wie bei der Gründung im 16. Jahrhundert. Es ist erst ca. 11:00h und wir haben die gestern mit dem Auto erkundete Tour praktisch schon abgefahren. Also fahren wir zu dem Punkt bei welchem wir mit dem Auto nicht mehr weitergekommen sind und mit dem Bike geht das. Wir fahren einfach mal bergauf ohne genau zu wissen wohin wir denn kommen. Es ist eine wunderschöne Fahrt durch den herbstlichen Wald mit seinen tollen Farben was uns den holprigen Pfad vergessen lässt. Wir sind erstaunt als wir hier oben noch ganz kleine bewohnte Dörfchen antreffen und fragen uns wie man wohl mit dem Auto diese holprigen Wege raufkommt. Es geht immer weiter nach oben und es wird immer steiler, aber wir haben ja E-Unterstützung. Nach endlosen Serpentinen durch den Wald erreichen wir schliesslich die Alpe Bolgia, die noch auf italienischem Gebiet liegt. Nun geht der relativ gut ausgebaute Weg über in einen Wanderweg und wir beraten uns ob wir weiterfahren sollen. Wir haben beide Lust auf Abenteuer und so machen wir uns nach einer kurzen Pause auf den Weg. Plötzlich kommen uns Velofahrer entgegen, was uns beruhigt. Wir tauschen uns aus und sie sagen uns, dass es nur ca. 600m schwieriges Gelände ist und wir die Bikes stossen müssen. Mit Zuversicht fahren wir weiter und wir müssen das Bike praktisch nie stossen bis wir schliesslich die Grenze zur Schweiz erreichen. Wir machen einen kurzen Stop und geniessen die Aussicht Richtung Monte Ceneri bevor wir weiter Richtung Alpe Bella in der Schweiz fahren. Da hat es ganz viele Wanderer und Biker und so machen wir uns auf die Abfahrt mit dem Monte Breit als nächstes Ziel. Es geht auf schönen Wegen bergab und wir rasten unterwegs und Simone sammelt essbare Maronis, die ganz frisch sind und einfach so auf dem Weg rumliegen. Schliesslich kommen wir nach Curregia wo wir im Grotto San Gottardo einkehren und selbstgemachtes Eis essen. Scheint ein Geheimtip zu sein, den wir uns zum Essen auf einer späteren Reise merken. Es sind immer noch 5 Kilometer bis zum Monte Bré. Wir wollen aber beide dahin und so lassen wir uns auf das Abenteuer ein, dass uns unter Umständen der Strom ausgeht, denn die Route führt auf einen Wanderweg, der steil hinauf geht. Wir fahren mit minimaler Unterstützung den steilen Wanderweg mit seinen Haarnadelkurven hinauf und müssen oft absteigen weil die Kurven zu eng zum Fahren sind. Nach ca. 3 Kilometer ist das schlimmste ausgestanden und wir sehen unser Ziel, den Monte Bré. Jetzt geht es wieder auf breiten Wanderwegen weiter und am Schluss zieht es sich doch noch bis wir schliesslich im Restaurant auf dem dem Monte Bré ankommen. Wir sind stolz auf uns und der Strom sollte bis nach Hause reichen. Wir geniessen die atemberaubende Aussicht im Restaurant Vetto Monte Bre während wir auf die Bedienung warten. Die ist jedoch angeblich wegen Corona total überfordert und da es schon ca. 17:30h ist, entscheiden wir uns die Rückfahrt ohne Gipfeldrink sofort anzutreten. Wir fahren der Strasse entlang hinunter nach Lugano und halten immer wieder an um die Aussicht und nicht ganz billigen Villen zu bewundern. In Lugano angekommen geht es gleich weiter entlang der Seestrasse über den Zoll bei Gandria, wo wir ohne Kontrolle durchfahren können bis wir schliesslich wieder einmal mit dem letzten „Tropfen“ Strom in unserer Wohnung in Cressogno bei Dunkelheit ankommen. Wir machen uns etwas zum Abendessen und sind stolz auf die vollbrachte Leistung. Für mich einer der schönsten und spannendsten Biketouren, die wir bis jetzt gemacht haben und es sind nicht wenige. Mit etwas Wehmut, dass die Ferien nun zu Ende sind, geniessen wir ein letztes Mal bei einem Glas Wein die Aussicht auf den See.

Sonntag, 1. November 2020
Cressogno – Gebertingen, 218km

Leider ist heute schon der letzte Tag unserer Ferien und der ist schnell erzählt. Weil das Wetter zu Hause schöner als im Tessin angesagt ist, packen wir früh unsere sieben Sachen, machen die Wohnung sauber und schleppen dann alles wieder die vielen Treppen runter, was aber einfacher als rauf ist. Velos aufladen, alles im Auto verstauen und ab geht es auf dem schnellsten Weg nach Hause wo wir im Laufe des frühen Nachmittags eintreffen und unser schönes Heim auf der Terrasse an der Sonne geniessen und die schönsten Momente dieser während der Corona Zeit doch etwas speziellen Reise nochmals Revue passieren lassen. So schnell werde ich die von Simone total gelungene Überraschung zu meinem runden Geburtstag nicht vergessen und immer in guter Erinnerung behalten.