Grosser Mythen & Kistenpass

Nebst dem Biken und Golfen ist unsere dritte sportliche Leidenschaft – das Wandern – dieses Jahr etwas zu kurz gekommen.

In unseren Ferien in Obersaxen im 2018 waren wir schon mal auf der Kistenpasshütte, allerdings nur für einen kurzen Abstecher. Alle Details dazu gibt es hier. Damals beschliessen wir, dass wir eine Wanderung von der Glarnerseite mit Übernachtung in dieser sehr speziell gelegenen Hütte machen wollen. Aus verschiedenen Gründen mussten wir die Reise im 2019 mehrmals verschieben, doch dieses Jahr war es soweit.

Sonntag, 12. Juli
Gebertingen – Holzegg – Grosser Mythen – Gebertingen

Um uns auf diese relativ lange und steile Wanderung vorzubereiten, nehmen wir uns den Grossen Mythen vor. Ist auch sehr steil und ich war noch nie oben. Wir fahren mit der Seilbahn hoch nach Holzegg. Gerade wurde die Maskenpflicht in öffentlichen Orten eingeführt und da es noch etwas ungewohnt ist, mit Masken herumzulaufen, bleiben diese natürlich nicht absichtlich zu Hause, aber wir wissen uns zu helfen und nehmen einfach unsere Pullover zur Hilfe. Wir sehen aus wie Bonnie und Clyde und werden von den anderen auch etwas komisch beobachtet, was uns aber nichts macht. Oben angekommen geht es eine Stunde steil bergauf und leider im Nebel, der am Grossen Mythen wie festzuhängen scheint. Oben angekommen hat mir Simone ein tolles Panorama versprochen, das leider dem Nebel, der nicht verschwindet, zum Opfer fällt. Wir kehren im Restaurant ein mit der Hoffnung, dass doch noch was geht. Leider nicht und so laufen wir zusammen bis zur Holzegg wo ich die Bahn nehme und dann an Simone beim Herunterlaufen vorbeifahre. Als wir unten ankommen ist natürlich schönstes Wetter. Ein Grund wieder einmal auf diesen tollen Berg hinaufzusteigen.

Samstag, 18. Juli 2020
Gebertingen – Muttseehütte – Kistenpasshütte
Nach der Wanderung auf den Grossen Mythen vom letzten Wochenende fühlen wir uns fit und fahren bei schönstem Wetter mit dem Auto nach Linthal, genauer gesagt nach Tierfehd.. Keine Ahnung von wo der Name kommt, aber ganz viele andere haben den Weg dahin auch gefunden. Also müssen wir bei der Luftseilbahn, die uns zum Chalchtrittli bringt und nur aus einer Gondel für max. 8 Personen Platz hat besteht, etwas warten. Diese Luftseilbahn wird sonst von den Arbeitern benützt, die an den Staudämmen arbeiten. Natürlich herrscht immer noch Maskenpflicht und dieses Mal haben wir natürlich eigene Masken dabei. Die Bergfahrt geht steil bergauf und ist nichts für ängstliche und nicht schwindelfreie Personen. Oben angekommen laufen wir voll motiviert los im Wissen, dass es ca. 4 Stunden bis zur Kistenpasshütte sind. Wir geniessen das schöne Wetter und das Panorama und sehen sogar noch Steinböcke weit oben miteinander kämpfen und ganz friedlich beim Grasen aus nächster Nähe bei der Muttseehütte. Im Gegensatz zur Kistenpasshütte ist die Muttseehütte riesengross und wir kehren ein um uns für den letzten Aufstieg zu stärken. Es ist noch etwa 1 Stunde über steile Geröllhalden zu Laufen und am Schluss etwas Klettern mit Ketten am Felsen bis wir ankommen. Wir geniessen das Panorama von der Kistenpasshütte, die wie ein Adlerhorst am Felsen klebt und einen atemberaubenden Tiefblick auf den Limmernstausee und eine sagenhafte Aussicht auf Selbsanft, Bifertenstock, Tödi bis zum Kaiserstock (SZ) bietet. Dann folgt Abendessen, das vom jungen Hüttenpaar lecker zubereitet wird und da es doch ziemlich anstrengend war gehen wir früh zu Bett, zusammen mit 14 anderen Wanderer im Massenschlag!

Sonntag, 19. Juli 2020
Kistenpasshütte – Limmernsee – Stolen – Tierfehd – Gebertingen
Ich habe noch in keiner Berghütte wirklich gut geschlafen und so auch dieses Mal nicht, obwohl die Hütte nur für 14 Leute Schlafplätze hat, war es doch ziemlich laut in der Nacht. Also stehen wir früh auf und geniessen das Frühstück bevor es dann wieder hinunter geht. Wir gehen den gleichen Weg zurück bis zum ebenfalls gestauten Muttsee, dem Namensgeber der gleichnamigen Hütte. Wir rasten nochmals in der Muttseehütte. Da ich nicht gerne die gleiche Route zweimal laufe, entscheiden wir uns den direkten und steileren Abstieg zum Limmernstausee und dann den Gang durch den ca. 3km langen Stollen, der uns direkt zur Bergstation der Seilbahn beim Chalchrtrittli führt. Da der Abstieg wirklich sehr steil und das Wetter heiss war, geniessen wir den Marsch durch den kühlen Stollen, bevor wir dann alleine mit der Luftseilbahn wieder nach Tierfehd – ohne runterzuschauen – hinab fahren . Dann gehts mit dem Auto zügig nach Hause und geniessen die Sonne auf der Terrasse und sind stolz auf die vollbrachte Leistung.